Teilnehmerversammlung

Datum: 16.05.2022 | (((eTicket Deutschland

Was macht die Teilnehmerversammlung?

Bei (((eTicket Deutschland herrscht Basisdemokratie: alle Teilnehmer haben ein Mitspracherecht. 

Alle Teilnehmer an (((eTicket Deutschland dürfen Änderungen am Ticketing Standard beantragen und über die gewünschte Änderungen abstimmen. Und zwar bei der alljährlichen Teilnehmerversammlung in Köln. 

Im zweiten Quartal 2012 haben wir zum ersten Mal die Teilnehmer an (((eTicket Deutschland nach Köln eingeladen, um über Änderungen am Standard abzustimmen. Damals kamen die Vertreter und Vertreterinnen von rund 140 Unternehmen. Heute sind mehr als 700 Verkehrsunternehmen und -verbünde Teilnehmer. Die kommen natürlich nicht alle nach Köln, sondern bündeln und übertragen ihre Stimmen. So stimmt dann beispielsweise die Vertreterin eines Verbundes auch im Namen der Verkehrsunternehmen ab, die dem Verbund angehören. Damit ein Beschluss angenommen wird - sei es nun ein sogenannter Change Request am Standard oder eine Änderung im Kontext des Deutschland-Tickets - braucht es eine Dreiviertelmehrheit.

So funktioniert die Stimmrechtsverteilung

Wir haben lange überlegt, wie wir die Stimmanteile gewichten wollen: sollen die Verkehrsunternehmen mit dem größten Umsatz auch das größte Stimmrecht haben? Oder die, die meisten eigenen Fahrzeuge haben? Die mit dem größten Passagieraufkommen? Letztlich haben wir entschieden, dass diejenigen, die viel in das digitale Vertriebssystem investieren, auch viel Mitbestimmungsrecht benötigen. Schließlich haben sie bei Änderungen des Standards auch den größten Aufwand.

Deshalb haben wir die Zahl der Stimmen an die Anzahl der ausgegebenen Nutzermedien (zum Beispiel Chipkarten) sowie der ausgegebenen Secure Application Modules (SAMs, von denen jeweils eines in jedes (((eTicket-Terminal verbaut wird) geknüpft:

  • Dienstleister mit weniger als 50 SAMs erhalten eine Stimme
  • Dienstleister mit 51 bis 151 SAMs zwei Stimmen
  • Dienstleister, die mehr als 2500 SAMs nutzen, erhalten 20 Stimmen
  • Kundenvertragspartner und Produktverantwortliche mit bis zu 50.000 SAMs erhalten ebenfalls eine Stimme
  • KVP und PV mit bis zu 100.000 SAMS haben zwei Stimmen
  • KVP mit bis zu 250.000 SAMs erhalten fünf Stimmen
  • KVP mit mehr als einer Million aktiver SAMs haben 20 Stimmen
  • Produktverantwortlich mit bis zu 300.000 SAMS haben sieben, alle darüber acht Stimmen, die sie für oder gegen eine Änderung einbringen können.


Ist ein Verkehrsunternehmen gleichzeitig Kundenvertragspartner und Dienstleister, kommt das sogenannte Meistbegünstigungsprinzip zum Tragen: Hat das Unternehmen beispielsweise 400 SAMS (5 Stimmen) und 100.000 Nutzermedien (2 Stimmen), hat es in der Teilnehmerversammlung fünf Stimmen.

Worüber die Teilnehmer einmal im Jahr abstimmen

Bei (((eTicket Deutschland können alle teilnehmenden Verkehrsunternehmen und -Verbünde Verbesserungsvorschläge an der VDV Kernapplikation sowie (((etiCORE einreichen. So genannte Change Requests. 
Über diese eingereichten und von der Arbeitsgruppe Standardisierung (AG-S) geprüften Change Requests stimmen die Teilnehmer an (((eTicket Deutschland einmal im Jahr ab.

Diese Change Requests dienen der Detaillierung und damit der Verbesserung des Verständnisses der Spezifikationsinhalte.

Diese CR betreffen die Korrekturen von Fehlern in den (((eTicket-Systemen, die einzelne Teilnehmer betreffen. Diese CR müssen von den betroffenen Unternehmen umgesetzt werden.

Die Serviceerweiterungen sind zunächst freiwillig umsetzbare CR. Diese optionalen Funktionserweiterungen können aber in nachfolgenden Versionen des EFM-Standards verpflichtend werden.  

So bereiten wir uns - und die Teilnehmer - vor

Unsere Teilnehmer laden wir mindestens sechs Wochen vor der Versammlung offiziell ein und schicken ihnen eine Beschlussvorlage mit den Change Requests, über die vor Ort abgestimmt werden soll. So haben die Unternehmen und Verbünde ausreichend Zeit, die Optimierungsvorschläge intern zu besprechen.
Zusätzlich bieten wir rund vier Wochen vor der Teilnehmerversammlung einen digitalen Workshop an, bei dem alle Change Requests im Detail vorgestellt und erklärt werden: was soll sich konkret verändern und was bedeutet das technisch? Das gibt den Teilnehmern die Chance, im Vorfeld ganz konkrete Fragen zu stellen und hilft uns, die Unterlagen für die Versammlung entsprechend anzupassen.
 

Teilnehmerversammlung

Hier seht ihr eine Teilnehmerversammlung aus dem Jahr 2016. Damals war Sjef Janssen unser Geschäftsführer und führte auch durch die Veranstaltung. Viel mehr Menschen, als ihr auf dem Bild sehen könnt, waren damals nicht dabei. Heute platzt der Raum im Mondial aus allen Nähten, wenn wir kommen.

Teilnehmerversammlung

Elke Fischer, die hier die eingereichten CRs vorstellt, hat die VDV-Kernapplikation maßgeblich mitentwickelt. Sie ist die Mutter der VDV-KA - und leitete bis zu ihrem Ruhestand die Arbeitsgruppe Standardisierung, die eingereichte CRs prüft. Unsere Kollaborationsplattform (((efi haben wir nach ihr benannt. 

Abgestimmt wurde damals noch per Handzeichen und mit Zetteln: Rot für Nein, Grün für Ja. 

Teilnehmerversammlung
Teilnehmerversammlung

Diese Zettel hat übrigens Lisa ausgeschnitten, ausgeteilt und wieder eingesammelt. Genauso wie sie sich um das Teilnehmermanagement gekümmert hat - und die leidige Frge, wer was zu Mittag möchte. Für die Auszählung nutzen wir heute digitale Tools, mittags gibt's ein Buffett und weil Lisa mittlerweile Produktmanagerin (und in Elternzeit) ist, kümmert sich unser Office-Team um die Teilnehmer.