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Seit der Einführung des Deutschland-Tickets gibt es Diskussionen um Barcodes. So unterscheiden sich die Standards.
Am 28. November 2024 trafen sich Vertreterinnen und Vertreter der deutschen ÖPNV-Unternehmen in Köln zu einer außergewöhnlichen und außerordentlichen Teilnehmerversammlung. Ziel war es, über Sicherheitsstandards für das Deutschland-Ticket abzustimmen, da die Zahl der Betrugsfälle bei digitalen Tickets gestiegen ist.
Damit hat die Teilnehmerversammlung zum ersten Mal nicht nur über technische Entwicklungen zum Standard beraten, sondern Leitplanken für die Ausgabe von Tickets beschlossen.
Gemäß dem Regelwerk von (((eTicket Deutschland, in dem alle Verkehrsunternehmen in Deutschland juristisch miteinander verbunden sind, ist das möglich. Entscheidungen trifft diese Vollversammlung des Öffentlichen Verkehrs aber mit einem Quorum von 75 %. Diese hohe Hürde ist notwendig, da es sich um verbindliche Beschlüsse handelt, die u. U. Investitionen auslösen.
Einige wichtige Beschlüsse wurden gefasst, etwa zur Verschlüsselung der Kommunikation. Andere Punkte, wie die Sicherheit des UIC-Barcodes und die Einführung eines zentralen Produktverantwortlichen-Systems (ZPVS), wurden kontrovers diskutiert und vertagt.
Eine zentrale Frage bleibt jedoch offen: Soll das Deutschland-Ticket auch mit dem UIC-Barcode oder nur mit dem VDV-Barcode ausgegeben werden?
Der Unterschied zwischen UIC- und VDV-Barcode
Die beiden Barcodes unterscheiden sich vor allem in ihrem Einsatzbereich und den zugrunde liegenden Konzepten. Allerdings haben alle Barcodes eine gravierende Schwachstelle: Sie können z. B. durch Screenshots kopiert und weiterverteilt werden.
Der UIC-Barcode ist ein 2D-Barcode, der für den internationalen Fernverkehr entwickelt wurde. Er wird vom Internationalen Eisenbahnverband (UIC) herausgegeben, der Schienenfernverkehrsunternehmen registriert und eine öffentlichen Datenbank für die öffentlichen Schlüssel bereitstellt. Damit können dann Bahnunternehmen im grenzüberschreitenden Verkehr gegenseitig ihre Tickets auf Echtheit prüfen.
Die UIC gibt aber nur die Spezifikation heraus. Alles, was ein Verkehrsunternehmen für die Verschlüsselung, Sperren, Monitoring oder Regelwerk zwischen verschiedenen Unternehmen benötigt, muss selbst aufgebaut und betrieben werden. Da es sich meistens um nationale Schienenfernverkehrsunternehmen handelt, die in der Regel in staatlicher Hand sind, ist die Zahl der UIC-Anwender, die sich mit Ihren Nachbarn austauschen müssen, überschaubar.
Der VDV-Barcode ist auch ein 2D-Barcode und wurde speziell für den deutschen Nahverkehr entwickelt und ist Teil der VDV-Kernapplikation. Er ist eingebettet in die zentralen Hintergrundsysteme und das Regelwerk von (((eTicket Deutschland. Damit nutzt er dieselbe Sicherheitsinfrastruktur wie die der Chipkarten in Deutschland und ist für eine interoperable Verwendung von tausenden Unternehmen ausgelegt, die sich untereinander nicht kennen, aber vertrauen müssen.
Da für die Nutzung des VDV-Barcodes lediglich ein Teilnehmervertrag und mindesten ein Sicherheitsmodul mit dem geheimen Schlüssel erforderlich ist, ist der VDV-Barcode für einen deutschlandweiten Einsatz deutlich günstiger als der UIC-Barcode. Die vollständige Nutzung aller Hintergrundsysteme und das zentrale Sicherheitsmanagement ist für Teilnehmer komplett inkludiert. Dazu gehören Verschlüsselung, Sperrungen, Kommunikation im gemeinsamen Netzwerk und das nationale Monitoring.
Motics - der Kopierschutz für Barcode-Tickets
Um das Problem von kopierbaren Tickets zu lösen, haben wir im Auftrag des ÖPNV den Mobile Ticketing Crypto Service - kurz Motics - entwickelt. Der System verbindet die bestehende Ticketing-Infrastruktur mit den Smartphones der Fahrgäste. Er hat verschiedene Ausbaustufen, so dass Tickets visuell als Barcodes oder via NFC ausgegeben werden können.
Bei der ersten Ausbaustufe erhält der VDV-Barcode durch ein dynamisches Sicherheitselement einen Kopierschutz. Das Smartphone wird durch Motics in die Lage versetzt, selbst einen neuen Barcode zu erstellen. Dieser kann zum Beispiel mit einem Zeitstempel erzeugt werden, der sich alle 30 Sekunden erneuert. Wird das Ticket dann kopiert und verschickt, bleibt das dynamische Element stehen und kann auf einem anderen Handy nicht mehr erneuert werden. Kopierte Tickets fallen so bei Kontrollen sofort auf. Dieses Verfahren funktioniert auch, wenn das Smartphone des Fahrgastes offline ist.
Bei Motics mit NFC lassen sich Tickets kontaktlos via Funk prüfen. Ein Abscannen von Barcodes und prüfen von ID-Medien entfällt. Das beschleunigt die Ticketprüfung enorm. Gleichzeitig wird dasselbe Sicherheitsverfahren wie bei Chipkarten verwendet.
Mittlerweile hat der Motics auch den Weg in die Google Wallet gefunden. In enger Zusammenarbeit mit Google, PaderSprinter und Ride haben wir die Funktionalitäten von Motics erfolgreich in die Wallet integriert. So können Verkehrsunternehmen und Verkehrsverbünde auch ihren Gelegenheitskunden sichere Handytickets direkt aus dem Webshop anbieten. Getestet haben wir das bisher im großen Stil beim Oktoberfest und im Kölner Karneval: Funktioniert
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