Teilnehmerversammlung

Datum: 16.05.2022 | (((eTicket Deutschland

Teilnehmerversammlung: Basisdemokratie bei (((eTicket Deutschland

Bei (((eTicket Deutschland haben alle Teilnehmer ein Mitspracherecht. Egal ob lokaler Kleinunternehmer oder überregionaler Verbund: Alle dürfen Änderungen am Ticketing Standard beantragen und alle über gewünschte Änderungen abstimmen. Und zwar bei der alljährlichen Teilnehmerversammlung in Köln. Am 18.05. war es wieder so weit.


Zehn Jahre Teilnehmerversammlung

Die Teilnehmerversammlung von (((eTicket Deutschland hat im Mai 2022 zehnten Geburtstag gefeiert: Im zweiten Quartal 2012 haben wir zum ersten Mal die Teilnehmer an (((eTicket Deutschland nach Köln eingeladen, um über Änderungen am Standard abzustimmen. Damals kamen die Vertreter und Vertreterinnen von rund 140 Unternehmen. Heute sind über 470 Verkehrsunternehmen und -verbünde Teilnehmer, die bzw. deren Vertreter sich am 18.5. im Kölner Hotel Mondial getroffen haben.

Noch ein Unterschied: Während die Vertreter der Branche damals noch mit Stimmzetteln aus farbigem Papier über Änderungsanträge & Co. angestimmt wurde, geschieht das heute online. Ohne Zettel einzusammeln, Stimmen auswerten und im Zweifelsfall mehrmals nachzuzählen. 

Was passiert bei einer Teilnehmerversammlung? 

Bei (((eTicket Deutschland herrscht Basisdemokratie: alle teilnehmenden Verkehrsunternehmen und -Verbünde dürfen Verbesserungsvorschläge an der VDV Kernapplikation sowie (((etiCORE einreichen. So genannte Change Requests
Über diese eingereichten und von der Arbeitsgruppe Standardisierung (AG-S) geprüften Change Requests stimmen die Teilnehmer an (((eTicket Deutschland einmal im Jahr ab.
Bei der kommenden Teilnehmerversammlung können die Anwesenden über 20 Change Requests entscheiden.

Wir unterscheiden zwischen drei verschiedenen Arten von Change Requests.

Diese Change Requests dienen der Detaillierung und damit der Verbesserung des Verständnisses der Spezifikationsinhalte.

Diese CR betreffen die Korrekturen von Fehlern in den (((eTicket-Systemen, die einzelne Teilnehmer betreffen. Diese CR müssen von den betroffenen Unternehmen umgesetzt werden.

Die Serviceerweiterungen sind zunächst freiwillig umsetzbare CR. Diese optionalen Funktionserweiterungen können aber in nachfolgenden Versionen des EFM-Standards verpflichtend werden.  

So funktioniert die Stimmrechtsverteilung

Wir haben lange überlegt, wie wir die Stimmanteile gewichten wollen: sollen die Verkehrsunternehmen mit dem größten Umsatz auch das größte Stimmrecht haben? Oder die, die meisten eigenen Fahrzeuge haben? Die mit dem größten Passagieraufkommen? Letztlich haben wir entschieden, dass diejenigen, die viel in das digitale Vertriebssystem investieren, auch viel Mitbestimmungsrecht benötigen. Schließlich haben sie bei Änderungen des Standards auch den größten Aufwand.

Deshalb haben wir die Zahl der Stimmen an die Anzahl der ausgegebenen Nutzermedien (zum Beispiel Chipkarten) sowie der ausgegebenen Secure Application Modules (SAMs, von denen jeweils eines in jedes (((eTicket-Terminal (z.B. Busdrucker, Automat, Kontrollgerät) verbaut wird) geknüpft:

  • Dienstleister mit weniger als 50 SAMs erhalten eine Stimme
  • Dienstleister mit 51 bis 151 SAMs zwei Stimmen
  • Dienstleister, die mehr als 2500 SAMs nutzen, erhalten 20 Stimmen
  • Kundenvertragspartner und Produktverantwortliche mit bis zu 50.000 SAMs erhalten ebenfalls eine Stimme
  • KVP und PV mit bis zu 100.000 SAMS haben zwei Stimmen
  • KVP mit bis zu 250.000 SAMs erhalten fünf Stimmen 
  • KVP mit mehr als einer Million aktiver SAMs haben 20 Stimmen

Produktverantwortlich mit bis zu 300.000 SAMS haben sieben, alle darüber acht Stimmen, die sie für oder gegen eine Änderung einbringen können. 

Ist ein Verkehrsunternehmen gleichzeitig Kundenvertragspartner und Dienstleister, kommt das sogenannte Meistbegünstigungsprinzip zum Tragen: Hat das Unternehmen beispielsweise 400 SAMS (5 Stimmen) und 100.000 Nutzermedien (2 Stimmen), hat es in der Teilnehmerversammlung fünf Stimmen. 

Um einen CR anzunehmen oder abzulehnen, braucht es in der Teilnehmerversammlung eine Dreiviertelmehrheit der Stimmen. Die Teilnehmer an (((eTicket Deutschland sind sich übrigens in der Regel einig.

So bereiten wir uns - und die Teilnehmer - vor

Unsere Teilnehmer laden wir mindestens sechs Wochen vor der Versammlung offiziell ein und schicken ihnen eine Beschlussvorlage mit den Change Requests, über die vor Ort abgestimmt werden soll. So haben die Unternehmen und Verbünde ausreichend Zeit, die Optimierungsvorschläge intern zu besprechen.
Zusätzlich bieten wir rund vier Wochen vor der Teilnehmerversammlung einen digitalen Workshop an, bei dem alle Change Requests im Detail vorgestellt und erklärt werden: was soll sich konkret verändern und was bedeutet das technisch? Das gibt den Teilnehmern die Chance, im Vorfeld ganz konkrete Fragen zu stellen und hilft uns, die Unterlagen für die Versammlung entsprechend anzupassen.

11. Teilnehmerversammlung: das Ergebnis

Die Teilnehmer an (((eTicket Deutschland haben am 18.5. über die vorgeschlagenen Änderungen am Ticketing-Standard abgestimmt: Zwei CRs zur Abschaffung von Sperrgründen wurden wurden abgelehnt, alle anderen sind angenommen worden. 

Die verabschiedeten Aktualisierungen an der VDV-Kernapplikation integrieren wir nun in den (((eTicket-Standard. Das Release 1.11.0 stellen wir unseren Teilnehmern sobald wie möglich im ASM-Tool zur Verfügung.