Datum: 01.04.2022 | (((eTicket Deutschland, ÖPNV in Deutschland

Tarifmodule nach PKM bewegen den ÖPNV

Im ÖPNV gibt es die Abkürzung PKM gleich zweimal: einmal steht sie für die Kennzahl Personenkilometer oder Passagierkilometer. Bei den Tarifmodulen nach PKM, um die es hier bei uns geht, handelt es sich um XML-Dateien, die für die Abbildung von Verkehrstarifen sowie für die Kontrolle und Ausgabe von elektronischen Tickets notwendig sind. Die Produkt- und Kontrollmodule.

Sie sorgen dafür, dass Fahrgäste mit jedem Handy, Tablet oder Laptop ein gültiges Ticket für Bus und Bahn kaufen können. Und sie garantieren, dass das Kontrollgerät das Ticket auch erkennt. Egal, ob es am Automaten gelöst, mit dem iPhone oder an einem Android-Tablet gekauft wurde.

PKM digitalisieren und vereinheitlichen Tarife

Wie viel eine Fahrt von A nach B montagsmorgens kostet, wie teuer dieselbe Verbindung sonntags für vier Personen ist oder was ein Einzelticket für Kinder unter 12 Jahren oder Menschen jenseits der 60 kostet: diese Tarifdaten mussten bisher weitestgehend manuell in die Software von Busdruckern, Automaten und Kontrollgeräten eingepflegt und aktualisiert werden. Ein recht aufwendiger Vorgang für Verkehrsunternehmen und ein sehr intransparenter Vorgang für Fahrgäste. Die erfahren nämlich bei Buchung einer Reise außerhalb eines Tarifraumes nicht, was die Fahrt kostet beziehungsweise welche Tickets benötigt werden. 

Um das zu ändern, haben Experten um Dr. Torsten Gründel vom Fraunhofer-Institut für Verkehrs- und Infrastruktursysteme (IVI) in unserem Auftrag gemeinsam mit DB Vertrieb, der Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg und des Kompetenzcenters EFM beim Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (heute: Kompetenzcenter Digitalisierung (KCD) standardisierte Produkt- und Kontrollmodulen entwickelt. Die sogenannten PKM.

Seit 2014 haben wir die Tarifmodule nach PKM formal in den Branchenstandard (((eTicket Deutschland aufgenommen. Sie beschreiben standardisiert tarifliche Merkmale wie z. B. Produkt, Preis, Tarifregeln oder Haltestellen und enthalten alle Tarifbestimmungen. Deshalb können sie unter anderem Verbindungsanfragen verarbeiten. 

Egal welche Software in Automaten, Busdruckern, Kontrollgeräten oder Hintergrundsystemen verwendet wird – jede Software weiß genau, wie sie das Tarifmodul verarbeiten muss, um z. B. die Gültigkeit oder den Preis auszulesen und auszugeben.

Tarifmodule nach PKM in a nutshell

Die Technik hinter den Tarifmodulen nach PKM

Die Tarifmodule nach PKM enthalten alle Informationen eines Tarifes und unterstützen den produktbasierten und den fahrtenbezogenen Verkauf, sowie die Kontrolle der ausgegebenen Tickets. Durch die standardisierte Abbildung der Tarifdaten können sie wie die Fahrplandaten von Datenbanken verarbeitet werden und liefern zukünftig die passenden Preise zu Reiseanfragen aus Fahrplanauskunftssystemen.
Ermöglicht wird dies durch die immer gleich aufbereiteten Tarifmerkmale und entsprechenden Algorithmen, die in der Lage sind, die Tarifdaten entsprechend der Reisekette zu berechnen. 

PKM im Arbeitsalltag von Verkehrsverbünden

Mit Tarifmodulen nach PKM folgt die Darstellung der Tarifmerkmale immer einem einheitlichen standardisierten Format, Logik und Regeln: Die Produktverantwortlichen tragen alle relevanten Informationen zu Tarifräumen, Produkten und Tarifdetails in einen Editor ein. Aus diesem Programm lassen sich die Tarifmodule exportieren. 

Jeder Tarifraum erhält sein eigenes Tarifmodul nach PKM. Es enthält alle Daten, die den jeweiligen Tarif beschreiben und zur Erstellung eines Tickets oder zur Kontrolle relevant sind.Mithilfe der Strategien stellt es dann für die Kontrolle oder den Verkauf die benötigten Daten und Informationen bereit. Anschließend kann das Ticket ausgestellt und kontrolliert werden. Für die Interpretation benötigt das Gerät noch einen "Übersetzer", die PKM-Engine, die die Daten verwerten kann. Dasselbe Tarifmodul sorgt dafür, dass die Kontrollsoftware im Terminal das Ticket als gültig oder ungültig erkennt. 

Das vereinfacht die Pflege der Tarifdaten bei einem Tarifwechsel - oder auch bei besonderen Ereignissen oder Veranstaltungen erheblich. Der ortsansässige Fußballverein ist deutscher Meister geworden, weshalb das Ticket zum Stadion die kommende Woche nur die Hälfte kosten soll? Jedem Gerät - sei es nun z. B. Kontrollgerät oder Busdrucker - stellt das Tarifmodul nach PKM die für den jeweiligen Fall benötigten Daten zur Verfügung. 

Und bei Tarifanpassungen reicht der Austausch des Tarifmoduls. Dies ermöglicht den Verkehrsunternehmen und -verbünden einen flexibleren Umgang mit Tarifen. 

Auch Hersteller profitieren von Tarifmodulen nach PKM

Die digitale Implementierung von Tarifdaten in Automaten, Kontrollgeräten und Hintergrundsystemen ist sowohl für Verkehrsunternehmen als auch für Hersteller mit erheblichem manuellem Aufwand verbunden. Sind die unterschiedlichen Geräte und Systeme in einem Verkehrsverbund auch noch von verschiedenen Herstellern, wird das Einpflegen von Tarifen noch arbeits- und kostenintensiver. 

Sie haben noch Fragen zu Tarifmodulen nach PKM?

Unser PKM-Experte

Michael Bauer hilft Ihnen gerne.

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